— Christoffer Joergensen's Notes

Some images of my State Ornament series will be shown at Art Herning art fair in booth 108 between the 27th and the 29th of january:

http://www.artherning.dk/Art-Herning/Besøgende/Udstillere/Stand-100-Galleri-Christoffer-Egelund.aspx

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This is a special kind of panorama I have been experimenting with in which the camera is not fixed in one position, as is usual. Instead, I’m moving the camera around as I’m photographing. (Klick on the image and zoom in to see what’s going on). So what you get is a kind of pattern where three different paths are shown twice from slightly different angles.

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Jeannette Andersens Rede vom 1. September, 2011

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

es ist für mich eine große Ehre, dass ich Ihnen heute Christoffer Joergensen und seine Kunst vorstellen darf. Christoffer ist ein außergewöhnlicher, junger Künstler, weil jedes seiner Werke uns die Wirklichkeit, in der wir leben, von einer neuen Perspektive zeigt und uns dabei zwingt, diese Wirklichkeit zu hinterfragen. Sein Ausgangsmaterial ist die Fotografie, die er entweder zur Dokumentation verwendet oder sie verfremdet und ihr  neue Dimensionen zufügt.

 

In dieser Ausstellung zeigt uns Christoffer Werke aus zwei der drei Serien, an denen er momentan arbeitet: die Plectagen und die Ornamente wozu auch die Parlamentsbilder gehören. Neue Gattungen brauchen neue Beschreibungen. Deswegen hat Christoffer das Wort Plectage für seine geflochtenen Bilder erfunden. Plectere ist das lateinische Wort für flechten und –age ist die Endung des Wortes Collage.

In diesen Bildern verbindet Christoffer eine jahrtausend alte Handwerkstradition mit der digitalen Welt von heute. Mit seiner Kamera sammelt er Fragmente der Wirklichkeit, die er zusammenflechtet. Dadurch verleiht er nicht nur dem Foto eine außergewöhnliche Art von Dreidimensionalität und Textur, er fügt auch den Bildern eine Gleichzeitigkeit hinzu, die eines der Merkmale unseres digitalen Zeitalters ist.

 

So wie z.B. in dem Bild The People’s People. Er hat Fotos von Fans verschiedener Fußballteams fotografiert und sie dann zusammengeflochten. So gelingt es ihm, einem analogen Prozess eine Gleichzeitigkeit zuzuordnen. Und hier quillt für mich das Bild über die Ränder hinaus, weil es eine Vielfalt von Fragen und Assoziationen hervorbringt.

 

Die zweite Serie, die Christoffer uns hier zeigt, sind die Ornamente, zu welchen auch die Parlamentsbilder gehören. Christoffers Ziel ist es, alle Plenarsäle in allen Europäischen Parlamenten zu fotografieren und danach diejenigen der restlichen Welt. Bis jetzt ist es ihm gelungen die Plenarsäle in 7 Ländern zu fotografieren. Hier sehen wir die von Österreich, Deutschland, Dänemark und Norwegen. Diese Bilder sind eine Dokumentation über Räume mit symbolischer Funktion. Global betrachtet repräsentieren sie die Machtstruktur und Ideologie eines Landes. Aus der persönlichen, individuellen Perspektive repräsentieren sie die nationale Identität.

 

Aber Christoffer belässt es nicht bei der Darstellung dieses konkreten Raumes. Er geht – sozusagen – in den Raum hinein und sucht sich ein Detail heraus, einen dreieckigen Ausschnitt mit Abgeordneten am Tisch. Dieses Dreieck fügt er dann zusammen zu einem Bild, ähnlich einem Kaleidoskop oder einer Bienenwabe. Durch diese Verfremdung entsteht ein ästhetisch sehr schönes Bild, das durch seine runde Form wie ein Himmelskörper im Weltalt schwebt.

 

So wie bei den Plectagen geht auch hier das Bild über den Rand hinaus, weil die Ästhetisierung des Regierens eine Menge Fragen aufwirft. Was machen eigentlich die Abgeordneten? Wie sieht ihr Alltag aus? Und wo ist mein Platz in der Demokratie? Christoffer sagt selber, dass diese Bilder ihm wie kleine Welten ‚lost in space’ vorkommen.

 

In seinen neuesten 3D Werken greift Christoffer wieder das Thema der nationalen Identität auf. In dem Werk, das wir hier sehen, sind die schwedischen und slowenischen Fahnen zusammen geflochten. Fahnen sind, wie Parlamente, Symbole. Sie repräsentieren eine Struktur der Macht und auf der persönlichen Ebene die nationale Zugehörigkeit. Die Form dieses Werkes ist eine weitere Entwicklung der Plectagen. Die Fahnen sind in vielen Schichten zusammengeflochten, dadurch entsteht eine Dreidimensionalität und das Werk wirkt wie eine Skulptur.

 

Christoffer hat nur sieben Jahre als freischaffender Künstler gearbeitet. In dieser kurzen Zeit hat er nicht nur die zwei erwähnten Serien geschaffen, sondern auch eine Reihe von Industriefotos, wo die Themen: Raum, Arbeit, Maschinen und der Mensch auf verschiedenste Weise behandelt werden. Und eine dritte Serie, The Portraits, die in außergewöhnlicher Weise Leute zeigen und die Frage der Identität behandeln.  Identität, eine durchgehendes Thema in seinem Oeuvre.

 

Hier möchte ich kurz auf die Plectage Ohne Titel, 2011 zurückgreifen. Es ist das Bild wo zwei leere Folien zusammen geflochten sind. Dieses Werk ist Christoffers bis jetzt extremster Versuch Identität zu zeigen und den Bildrand zu überschreiten. Als ich es im Anfangsstadium in seinem Atelier sah, sagte ich spontan: Das kannst Du nicht machen, das ist langweilig. Aber hier geht es nicht um einen Symbolträger der Identität, oder die Identität der Anderen, sondern um unsere Identität, die Identität der Zuschauer. Wenn wir uns vor dieses Bild stellen, sehen wir unsere eigenen Reflektionen und dadurch werden wir und unsere Identität zum Inhalt dieses Bildes.

 

Was Christoffers Kunst so interessant macht ist, dass er immer auf mehreren Ebenen arbeitet. Er verbindet eine jahrtausend alte Handwerkstradition, das Flechten, mit unserem digitalen und medialen Zeitalter. Er schafft eine ästhetische Verfremdung und stellt so das eigentliche Sujet des Bildes in Frage. Dadurch lässt er uns die Realität von einer anderen Perspektive sehen, was eine Vielfalt von Fragen und Gedanken hinterlässt.

 

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen auf der Entdeckungsreise durch diese Ausstellung.

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– Unter dem Vorwand einer ideologischen Entschärfung haben wir alle bis anhin geschriebenen Künstlermanifeste mit ironischen Anführungszeichen versehen und somit uns angeeignet.

– “Europa ist ein Epos und seine Geschichte ist noch nicht zu Ende.” Wir ironischen Modernisten geben zu, dass der Zusammenhalt Europas wahrscheinlich nur noch mit Hilfe der Theatralik garantiert werden kann. Folglich legen wir fest: In Zukunft sollen Ironie und Pathos zusammen unser kulturelles Spannungsfeld bilden.

– “Wir sind die Virtuosen unserer eigenen Erfindungen und Ideen.” Unser leben lang üben wir die Gesten, Regeln und Prozesse unserer Serien ein und erzeugen durch kleine Mutationen neue Potentiale für unsere Projekte. Das eigenständige künstlerische Training wird uns schon bald weit über den normalen Erfahrungshorizont hinauskatapultiert haben und von diesem Jenseits, wo unsere eigenen Regeln gelten, werden auch unsere Werke wie Sterne glühen.

 

 

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Der demokratische Leviathan &#x2014

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